Die Agent-to-Agent-Ökonomie bis 2030
Drei Szenarien für maschinelle Geschäftsbeziehungen
Szenario 1: Fragmentierung
Das wahrscheinlichste Szenario. Mehrere konkurrierende Protokollfamilien setzen sich in unterschiedlichen Branchen durch. Interoperabilität entsteht über Übersetzungsdienste, nicht über einen gemeinsamen Standard. Für Unternehmen bedeutet das: Investitionen in Protokolle sind kurzlebig, Investitionen in klare Schnittstellen und Identitätsverwaltung sind es nicht.
Szenario 2: Plattformdominanz
Zwei bis drei Anbieter setzen faktische Standards, ähnlich der Entwicklung bei Zahlungsverkehrsstandards. Vorteil ist schnelle Verbreitung, Nachteil eine ausgeprägte Abhängigkeit in einem Bereich, der Geschäftsprozesse unmittelbar berührt.
Szenario 3: Regulatorische Vorprägung
Ein Rechtsrahmen definiert Anforderungen an maschinelle Identität und Nachvollziehbarkeit, bevor sich ein Marktstandard bildet. Für europäische Unternehmen das planbarste, für global tätige das aufwendigste Szenario.
Die offene Flanke
In allen drei Szenarien bleibt dieselbe Frage unbeantwortet: Wer haftet, wenn ein Agent im Namen eines Unternehmens eine Verpflichtung eingeht, die auf einer manipulierten Datengrundlage beruht? Die Autoren finden derzeit kein belastbares Modell und empfehlen, maschinell eingegangene Verpflichtungen bis auf Weiteres betraglich zu begrenzen.